Abenteuer Zeltausflug

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Ein abnormaler Zeltausflug

«Wie weit ist es noch? Ich habe kein Wasser mehr!», fragte Mark verzweifelt als er sich im Fahrradsitz nach hinten zu Thomas umdrehte.
«Es sind noch etwa 5 min, dann sind wir da und dann kannst du deine Flasche beim Fluss wieder auffüllen», antwortete Thomas belustigt. «Super!», rief Mark.
«Na, bist du schon müde?», fragte Richard grinsend.
«Sicher nicht, ausserdem habe ich beide Zelte auf meinem Gepäckträger», entgegnete Mark mürrisch.
«Aber ich habe all das Essen plus ein paar von den Stangen für die Zelte und ich bin noch lange nicht müde», neckte Richard.
«Hört auf zu streiten, es reicht!», intervenierte Emma genervt.
«Genau, nebstdem könnt ihr, wenn wir ankommen Holz für das Feuer sammeln, das Aufstellen der Zelte schaffen wir schon», fügte Skara hinzu und Mark erwiderte lächelnd: «Aber sicher, Schatz.»


«So, wir sind angekommen», verkündete Thomas während er von seinem Fahrrad abstieg und es gegen einen Baum lehnte.
«Endlich, ich verdurste», kommentierte Mark erleichtert und grinste breit, «ich bin unten beim Fluss falls mich jemand sucht.» Die anderen waren auch schon abgestiegen und fingen an, das Gepäck von den Velos abzumontieren und die Zelte aufzustellen.
«Vergiss nicht Holz zu sammeln», rief ihm Skara noch hinterher, als Mark zum Fluss hinunterrannte. Richard war schon in den Wald hineinmarschiert, der sich neben der Wiese, auf der die Mädchen und Thomas die Zelte ausbauten, ausstreckte. Nach 15 min kamen Richard und Mark wieder zu der Wiese zurück und liessen ihre Funde auf den Boden purzeln.
«Ich denke das reicht für ein anständiges Feuer, ich hole die Streichhölzer», sagte Richard mit einem prüfenden Blick auf den Haufen Äste und verschwand dann hinter den Zelten.
«Puh, das war anstrengend», bemerkte Mark und liess sich neben Skara auf den Boden plumpsen.
«Wollen wir dann bald zu Abend essen?», fragte Emma mit einem Blick zum düster werdenden Himmel, «es wird bald dunkel.» Sie erhob sich unter Zustimmung der Verbliebenen und kroch in das Zelt der Mädchen, um das Essen zu holen.
«Ich werde Richard helfen, das Feuer zu entfachen», bemerkte Thomas noch, bevor auch er verschwand und Mark mit Skara allein zurückblieben. Als Richard und Thomas mit den Streichhölzern und Zeitungspapier zurückkamen, hörte Skara ein merkwürdiges Geräusch, das vom Wald herkam.
«Hast du das gehört», fragte sie beunruhigt, doch Mark legte ihr nur einen Arm um die Schulter und meinte: «Das war bestimmt nur der Wind. Wenn du möchtest, kannst du meine Taschenlampe haben.»
Plötzlich hörten die beiden ein lautes Rascheln zwischen den Bäumen. Erschrocken sprang Mark und sah sich um. Skara war auch aufgestanden und Richard kam mit Thomas zurück. Sie starrten alle gebannt auf den Waldrand, als langsam ein grosses Wesen zwischen den Büschen hervortrat und sich auf der Lichtung umsah. Es war ein Bär.
«Scheisse, ein Bär!», entfuhr es Mark, als er die Augen aufriss und ein paar Schritte nach hinten stolperte.
«Seid leise, schaut ihm nicht in die Augen und lauft langsam rückwärts bis er euch nicht mehr sehen kann», sagte Thomas ruhig und alle folgten dieser Anweisung. Sie waren alle hinter den Zelten angekommen, als Emma aus dem Zelt der Mädchen rauskam und die anderen verwundert ansah.
«Was ist los? Ist etwas passiert?», fragte sie, als sie sich umsah, doch dann entdeckte auch sie den Bär.
Sie stiess ein erschrockenes Keuchen aus und fragte: «Was machen wir jetzt?»
Richard wollte gerade antworten, als der Bär auf das Zelt der Jungen zuging und es zögerlich mit seiner Schnauze anstupste.
«Gehen wir hinter dem Bär herum in den Wald hinein und warten dort, bis er weg ist. Wir können auf die Bäume klettern damit er uns nicht entdeckt», schlug Richard vor und die anderen stimmten ihm zu. Sie schlichten leise um den Bären herum, der in das halboffene Zelt hineinguckte, und traten in den Wald ein. Möglichst leise stiegen sie auf zwei nebeneinanderliegende Bäume, Richard machte den Anfang und Emma kletterte neben ihm auf den Ast. Thomas zog sich auch auf diesen Baum, allerdings wählte er einen ein wenig höhergelegenen Ast, da es auf dem anderen Ast nicht genug Platz mehr hatte. Mark kletterte auf den Baum neben ihnen und zog danach Skara hoch, die sich sofort ängstlich an ihn klammerte. So beobachteten sie den Bär, den sie durch die Äste erspähen konnten. Nach einiger Zeit verlor der Bär Interesse an den Zelten und verschwand wieder im Wald. Erleichtert sprangen alle wieder von Bäumen herunter und gingen zurück zu dem Zelten. Das war vielleicht ein Abenteuer.

Victoria Zimmermann, April 2020